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Donnerstag, 14. Januar 2016

Der erste richtige Schnee

 Kälte, Schnee? Davon bekomme ich in Deutschland nicht ganz so viel und somit habe ich mich sehr auf Kentucky gefreut, da das kontinentale Klima wohl kältere Winter mit sich bringt, das wurde mir auch von allen Locals bestätigt. Dennoch kam es wie es kommen musste und der Winter ließ lange auf sich warten, dass selbst die besagten Locals etwas stutzig wurden.
Ab und zu fiel mal die eine oder andere Schneeflocke, aber es war nie genug, um als ein richtiger Schneefall zu gelten. Es wurde immer deprimierender, denn selbst in Deutschland fiel mehr Schnee als hier.
Gestern kam dann endlich die Erlösung. Es wurde Schnee angekündigt und alle Countys nördlich und südlich von meinem haben die Schule abgesagt. Wir waren mutig und haben uns in die Schule getraut, es war schließlich nur kalt, mehr nicht.
Doch kaum hatte der Unterricht begonnen, fielen die Schneeflocken vom Himmel. Ununterbrochen, mal mehr mal weniger, bis schließlich alles weiß bedeckt war. Immer mehr Schüler wurden aus dem Unterricht gerufen, da ihre Eltern sie abholten und wir Übrigen saßen nur auf unseren Stühlen und starrten aus dem Fenster. Ab und zu fragte man: "Why are we still here?"
Wie alle hofften auf ein frühes Ende des Tages, doch wir wurden enttäuscht. Einige Busse wurde abgesagt - meiner gehörte nicht dazu. Und ich hatte wirklich ernsthaft Angst, schließlich besteht mein Schulweg aus Hügeln und steilen Straßen.
Nachdem die erste Busfahrt geschafft war und alles ziemlich gut aussah, kam allerdings die Nachricht, dass die Busse nicht weiter fahren würde - es sei zu gefährlich. So musste ich meine Gastfamilie anrufen, damit sie mich abholten. Eine viertel Stunde saß ich im Bus und wartete auf meine Mamaw. Derweil wurde mir erzählt, dass selbst wenn am nächsten Tag Schule sei, mein Busfahrer nicht fahren würde. Schließlich würde der geschmolzene Schnee auf den Straßen am nächsten Tag Glatteis sein.
Der Heimweg war wirklich gruselig und ich fürchtete mehr als einmal, dass wir über die Schneebedeckten Hügel rutschen würden und in irgendeinem Teich landeten. Umso glücklicher war ich, als ich Zuhause ankam.
  Dies dürfte eine Vorstellung geben, wie die Straßen aussahen.

Und dann ging auch schon die Aufregung los. Schnee! Überzeugt davon einen Schneemann zu bauen, wagten meine kleine Gastschwester und ich uns nach draußen. Doch schnell mussten wir feststellen, dass der Schnee leider nicht für Schneemänner geeignet war und stattdessen wurden Schneeengel gemacht und ich habe ich liebend gerne beigebracht, wie eine Schneeballschlacht funktioniert.
Sie wollte gar nicht mehr reingehen, doch der Wind war doch etwas zu kalt, als das man riskieren könnte, eine dreijährige über einen großen Zeitraum draußen zu lassen.
Der Mini-Schneemann, den wir bei unserem verzweifelten Versuchen gebaut haben, durfte allerdings nicht fehlen.

  
Ich präsentiere: Mein erster Schneemann in 2016

Am Abend kam dann der erleichternde Anruf, dass die Schule am nächsten Tag ausfallen würde. Ich denke, ich war sowieso nicht hingegangen, schließlich will ich nicht unbedingt mein Leben auf dem Schulweg riskieren. Eigentlich sollte ja sowieso die Regel gelten: Wenn es für den Bus zu gefährlich ist, ist es auch für jeden anderen zu gefährlich! 
Morgen haben wir einen sogenannten One-hour delay, was so viel heißt, wie dass wir eine Stunde später in die Schule gehen, damit die Straßen geräumt bzw. das Eis schmelzen kann. Ich weiß noch nicht so genau, ob sich der One-hour delay noch in ein Two-hour delay verwandelt, aber ich denke schon, dass ich morgen wieder in die Schule muss.
Wenigstens gab es eine nette kleine Pause in der Mitte der Woche. Wenn es nach mir ginge, dann könnte es jede Woche so sein. Gespannt bin ich auf nächsten Montag, denn dann sollen die Temperaturen auf  -9/-15°C fallen und wenn ich mir das ansehe, soll es am Sonntag auch noch schneien. Klingt nach ein paar weiteren snow days!

Samstag, 2. Januar 2016

Weihnachten und Silvester

Der falsche Weihnachtsbaum steht mit seinen symmetrischen Zweigen schon seit Ende November in seiner vollen Pracht in unserem Wohnzimmer.
Man hat ja gar nichts von seinem Weihnachtsbaum, wenn er gerade einmal zwei Wochen steht, so sehen das zumindest die Amerikaner.
Nicht einmal nach Weihnachten riecht es, doch all die Geschäfte sind schon seit Monaten voll mit Weihnachtssachen.

Dieses Jahr zählt leider kein Adventskalender die Tage bis Weihnachten und ebenso wenig kommt der Nikolaus am 6. Dezember vorbei, außer man macht - wie ich in diesem Jahr - selbst einen auf langbärtigen Mann.
Schon lange bevor Weihnachten, fängt man an Weihnachtsgeschenke zu besorgen und hat in der letzten Woche vor dem großen Fest dennoch noch eine ganze Menge an Besorgungen zu machen.

An Heiligabend ist es dann aber so weit - es werden Weihnachtskekse für Santa gebacken und ich selbst versuche mich an einem Lebkuchenrezept. Am Morgen haben wir der Familie meiner Gastmutter einen Besuch abgestattet und dort auch schon Bescherung gehabt, denn meine Gasttante muss an Weihnachten tatsächlich arbeiten.
Nach einigen Komplikationen mit den Katzen, die meine Geschenke doch tatsächlich angekackt haben, und einem wunderbaren Frühstück, sind wir wieder nach Hause gefahren.
Nun ging es ans Geschenke einpacken, wobei ich wie erwartet nicht viel Ausdauer bewiesen habe. Als ich es dann doch geschafft habe, legte ich die Geschenke unter den Weihnachtsbaum, bevor ich schlafen ging.
In der Nacht wurde ich von Rumpeln wach gehalten, Santa schien Geschenke durch das Haus zu schleppen, wobei ich keine Ahnung habe, wie er überhaupt reingekommen ist, schließlich haben wir eine Gaskamin und keinen Schornstein.

Am Weihnachtsmorgen öffnete sich meine Tür um halb sieben und kleine Füße trappelten über meinen Boden. Vollkommen begeistert stand meine dreijährige Gastschwester in meinem Zimmer und wenig später saßen wir in unseren Weihnachts-PJs vor dem Weihnachtsbaum.
Patience war das Schlüsselwort, denn wir mussten noch auf die Großeltern warten, die vorbeikamen. Mein kleiner Gastbruder zeigte überhaupt kein Interesse an den Geschenken, wir vermuten, dass er sauer war, dass er aufgeweckt wurde.
Nachdem wir alles bis auf die Geschenke meines Bruders ausgepackt hatten und ich eines der besten Geschenke meines Lebens bekommen habe, sind wir zum Haus von Mamaw & Papaw gefahren (Eastern Kentucky und so, heißt soviel wie Oma und Opa), um dort ebenfalls Geschenke auszupacken.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch nie so viele Weihnachtsgeschenke bekommen habe!
Wir hatten noch etwas Zeit, um uns mit unseren Geschenken zu beschäftigen, bis wir zu meinen Gasturgroßeltern gefahren sind, dort ein gutes Weihnachtsessen hatten und nochmal ein paar kleine Geschenke bekommen haben. Danach ging es auch schon zum nächsten Essen bei meiner anderen Urgroßmutter "Granny".
Am Abend waren wir dann endlich wieder Zuhause und ich musste feststellen, dass Weihnachten ziemlich schnell vorüber gegangen war, denn die Amerikaner kennen den Luxus eines zweiten Weihnachtstages nicht.


Nun ist auch schon 2016, 2015 hat sich nahezu unmerklich verabschiedet. Meine Gasteltern sind sogar schlafen gegangen, ich habe allerdings bei Mamaw übernachtet, wo wir uns The Ball Drop in New York angeschaut haben. Feuerwerk gibt es hier nur am 4th July und somit hat es sich alles andere als real angefühlt.
Nun komme ich dieses Jahr schon wieder zurück nach Deutschland. Und ich bin letztes Jahr nach Kentucky gekommen. Das alles klingt verrückt. Ich bin letztes Jahr sechzehn geworden und ich habe mein Alter noch nie nennen müssen, jedenfalls kommt es mir so vor.

Frohes Neues Jahr!

Mittwoch, 25. November 2015

Ein Monat in Kurzfassung

In nur einem Monat kann vieles passieren und doch ist er viel zu schnell wieder vorbei. Ich habe im Moment ziemlich viel um die Ohren, mein Geburtstag war gerade erst, ebenso wie Halloween, und dennoch steht Thanksgiving bereits vor der Tür.


Um mit der Zusammenfassung zu beginnen: Mein letzter Eintrag kam wenige Stunden vor meinem sechzehnten Geburtstag, welcher nun schon wieder einen Monat her ist. Wie erwartet haben die meisten meinen Geburtstag vergessen, bis auf zwei gute Freunde die mir zwei kleine Steine, Maple und Harold geschenkt haben. Geschenke wurden nach der Schule ausgepackt, welch leider nicht vollständig waren, da das Päckchen meiner Familie beschlossen hatte, zu spät zu kommen.


Einige Tage später hat es ein Treffen mit meinem Community Representative gegeben, da es einige Probleme mit den Kommunikationsregeln gab (mal ehrlich, man kann schlecht verlangen, WhatsApp von seinem Handy zu löschen, nur damit man den Kontakt einschränkt.) Jedenfalls wurden die Regeln nun etwas verschärft und falls ich eure Nachrichten nicht beantworte, dann weil ich sie noch nicht geöffnet habe und noch nicht öffnen durfte.


Da Halloween auf einen Samstag fiel, haben wir uns in der Schule bereits am Freitag verkleidet. Ich hab mir ein Katzenkostüm improvisiert und an sich war alles ziemlich lustig. Trick or Treating fand am folgenen Tag in meinem County statt, weswegen ich mich gleich zwei Tage in Folge verkleiden durfte. Trick or Treating funktioniert in meiner Gegend übrigens nur mit dem Auto, da es sonst viel zu weit wäre.

Das erste Trimester hat mit dem Oktober geendet und das zweite Trimester hat angefangen, was so viel heißt, wie dass ich einen neuen Stundenplan habe:


1st   U.S. History
2nd  Pre-Calculus
3rd  English III
4th  Band
5th  Business Law
6th  Floral Design
 


Außerdem haben wir uns im Namen von einem Schulausflug ein College angesehen und im Namen eines weiteren Ausflugs sind wir zu einem weiteren College gefahren. Colleges in den USA sehen total aus wie in den Filmen und selbst ich als überzeugter Nicht-Uni-Mensch kam ins grübeln, ob es nicht doch etwas für mich wäre.


Meine Geburtstagsgeschenke kamen etwa zwei Wochen nach meinem Geburtstag an, als ich eigentlich schon gedacht hatte, dass sie gar nicht mehr kommen würden.
  Da ich nun Band habe, musste ich wohl oder übel anfangen, ein Blasinstrument zu lernen. Ich wollte unbedingt Saxophon spielen, doch da keines mehr frei war, habe ich mich mit der Klarinette abgefunden. Ich habe gerade mal seit zwei Tagen Klarinette gespielt, als ich auch schon mit der Band bei einem Football Spiel gespielt habe. Ganze zwei Lieder habe ich schon auf die Reihe bekommen, der Triumph hat meine beinahe abgeforenen Zehen wieder wet gemacht.

Letzten Donnerstag gab es ein Holy Meal an meiner Schule. Und meine Freunde sind so genial und haben eine Tradition, dass man alles von seinem Tablett bis auf eine Sache essen muss. Was für mich und sie selbst hieß, dass wir selbst Dinge essen mussten, die wir nicht mochten. Irgendwie hat es Spaß gemacht, aber der Nachteil war, dass ich mich Stunden später noch immer gefühlt habe, als müsste ich mich übergeben.

Letzte Woche war International Education Week, in der internationale Schüler (oder auch Studenten) Vorträge zu ihrem Heimatland halten. Ich hätte mich vor Nervosität beinahe übergeben, aber am Ende lief dann doch alles glatt und meine Mitschüler hatten viel Spaß (und haben tatsächlich etwas über Deutschland gelernt.)

Am Freitag, der Tag meiner großen Präsentation, war am Abend ebenfalls das Soccer Banquet, ein Essen, bei dem das Team noch einmal zusammen kommt und Awards vergeben werden. Hierbei gibt es Fun-Awards (in meinem Fall Deo mit dem Wort Speed drauf, da dies das ist, woran ich am meisten arbeiten muss) und normale Awards. Ich bin stolze Besitzerin eines Awards der „Best Midfield“ auszeichnet und ich werde wahrscheinlich noch einen weiteren bekommen, da ich bei den „4.0 Academics“ irgendwie vergessen wurde. Dieser Award hat wenig mit Soccer zu tun, sondern zeichnet diejenigen aus, die überall As als Noten hatten.

Und somit wären wir beinahe schon bei der Gegenwart angekommen. Den Samstag sind wir nach Lexington gefahren und waren eigentlich den ganzen Tag unterwegs und am Sonntag ist so wenig passiert, dass ich das nicht einmal zu erwähnen brauche.

Ich fühle mich hier ziemlich wohl, auch wenn das W-Lan in letzter Zeit mal wieder etwas patzig zu sein scheint. Ich hoffe, ich kann diesen Eintrag heute noch hochladen! (Was nebenbei bemerkt nicht so ganz geklappt hat.)

Morgen ist also Thanksgiving, was Truthahn bis zum abwinken heißt. Und obwohl wir in Deutschland kein Thanksgiving feiern, wünsche ich euch trotzdem ein schönes Fest und vergesst ja den Truthahn nicht!

Freitag, 23. Oktober 2015

Spirit Week und Homecoming

Letzte Woche war Spirit Week, wie ich in meinem letzten Artikel bereits angekündigt habe. Spirit Week ist im großen und ganzen ein Wettbewerb zwischen den Jahrgängen, während dem man in der Woche Punkte sammelt.  Die meisten haben kunterbunte Kostüme vor Augen, wenn sie an Spirit Week denken, und es hat auch viel damit zu tun, denn es gibt bestimmte Tage, an denen man eine Vorgabe hat.

Da unsere Vorgaben in diesem Jahr ziemlich lahm waren, haben sich einige Schüler zusammengesetzt und zusätzlich Themen erstellt, die zwar nicht offiziell anerkannt wurden, aber dennoch den School Spirit etwas aufgeheitert haben.



Tag 1 – Hat Day / Tacky Tourist Day
Das erste was man an diesem Tag beachten muss: Habe ich auch ja einen Hut dabei? Hat Day ist der offizielle Tag und somit liefen an der ganzen Schule so einige Leute mit einem Hut herum. Die wirklich coolen Leute (mich eingeschlossen) haben sich als ein Tacky Tourist verkleidet, was so viel heißt wie hochgezogene Socken, wenn möglich Shorts und ein Blumenhemd. Der Hut durfte natürlich auch nicht fehlen, denn am Ende des Tages wurden alle Hüte gezählt und jeder Jahrgang bekam einen Punkt für jeden seiner Schüler, der einen Hut trug.
Eine wichtige Sache am ersten Tag von Spirit Week ist das Schauen von den Spirit Videos. (Welche ich euch gern verlinken würde, doch aufgrund der Sicherheit und Privatsphäre nicht möglich ist. Auf Anfrage kann ich euch die Links aber auf andere Wege zukommen lassen.) Jeder Jahrgang hat ein Video gedreht, in dem es auf irgendeine Weise darum geht, den School Spirit zu retten. (Wir Juniors haben den Video Wettbewerb übrigens gewonnen!)
Nach der Schule wurden dann die Flure dekoriert; jeder Jahrgang bekommt einen Flur zugeteilt, den er dann nach seinem Thema dekoriet – in unserem Fall The Wild, Wild West. Ich habe nicht beim dekorieren geholfen, weil ich Fußballtraining hatte.



Tag 2 – Gender Swap
Leider war Geschlechtertausch nur ein inoffizielles Thema und demnach liefen nur wenige verkleidet herum. Ich muss zugeben, dass mein Kostüm auch nicht sonderlich spektakulär war, wenn ich nicht gerade eine Baseball Cap trug. Es war auch nicht wirklich wichtig, denn wir haben sowieso den ganzen Tag in unserem AA verbracht, was man in etwa seinen Klassenraum gezeichnen kann.
Und was macht man, wenn man den ganzen Tag in seinem AA ist? Na die beste Idee ist doch, alle Schüler einen Vorbereitungs ACT (von der Wertung her wie Abitur, nur als multiple choice) schreiben zu lassen. Und was hat das mit Spirit Week zu tun? Natürlich bekommt man Punkte für seinen Jahrgang, wenn man der beste Schüler ist! … Nein wirklich, das war die bescheuerteste Idee überhaupt!
Und dann sind wir noch zwischen Footballfiel und Gym hin und her gerannt und keiner hatte eine Ahnung, warum. Manchmal ist selbst das Wissen der Lehrer begrenzt!



Tag 3 – Superhero (Shirt) Day
Superhelden Kostüme sind offiziell von der Schule verordnet worden, aber auch Shirts mit Logos wurden gezählt und demnach habe ich mir noch schnell ein Superman T-Shirt gekauft und es an diesem Tag getragen.
Seltsamerweise habe ich nicht sonderlich viel Erinnerung an diesen Tag, außer dass ich sehr viel gelacht habe und wir in Spanisch Schulshirts verteilt haben, die meine Lehrerin bestellt hat.



Tag 4 – Powderpuff
Was um alles in der Welt ist Powderpuff? Powderpuff ist eine traditionelle Spirit Week Sportart (zumindest an meiner High School), welche im großen und ganzen Football ist, doch mit dem Unterschied, dass die Mädchen Football spielen und die Jungen Cheerleader sind.
Wieder einmal haben wir den Tag in unserem AA verbracht und sind einige Male verwahrlost durch die Gegend gelaufen, weil mein Lehrer die Ansage für den Homecoming Court üben musste.
Schließlich haben wir uns die Powderpuff Spiele angeschaut und es war mehr als amüsant, besonders als die Cheerleader zum Einsatz kamen. Gewonnen hat an diesem Tag noch niemand, da wir Juniors Gleichstand mit den Seniors hatten und die Shootouts auf den nächsten Tag verschoben werden mussten.

Tag 5 - Maroon and White
Am Freitag stand das Homecoming Game an und um unsere Unterstützung zu zeigen, mussten wir natürlich unsere Schulfarben tragen!
Als ich in meine 3. Stunde kam, war aber einiges anders: Der Hoedown Throwdown aus Hannah Montana lief in Dauerschleife und einige aus meinem Jahrgang studierten den Tanz dazu ein. Und wie es nun mal so läuft, wurde ich überredet, das mit ihnen einzustudieren. Und so verbrachte ich zwei Schulstunden damit, den Tanz zu lernen. Hätte ich gewusste, dass ich somit vor der ganzen Schule tanzen müsste, hätte ich mir das vielleicht zweimal überlegt...
Und nach Lunch stand auch schon die große Prep Rally an! Wir versammelten uns alle in der Gym. Zunächst wurden die Powderpuff Spiele beendet; warum auch immer zu Gunsten der Seniors, was wirklich keinen Sinn macht. Jeder hatte drei Versuche: Unser Quarterback hat die ersten zwei getroffen und den letzten verworfen, der Quarterback der Seniors hat die ersten zwei verworfen und den letzten getroffen... UND DIE HABEN ALLEN ERNSTES GEWONNEN?! Leider gewinnen die Seniors jedes Jahr an meiner High School und ich werde das Gefühl nicht los, dass daran vielleicht auch etwas gepfuscht wird.
Dann wurden Clubs und dessen Mitglieder vorgestellt, einige Spiele gespielt, Punktestände angekündigt, die Cheerleader von Vortag bekamen noch einen Auftritt (wobei die Sophomores wirklich gut waren, die haben zu Recht gewonnen!) und zu guter Letzt: Da man traditioneller Weise sein Video mit einem "to be continued..." beendet muss man vor versammelter Schule seinen Skip spielen. An dieser Stelle kam der Hoedown Throwdown zum Einsatz.

Homecoming Game
Am Abend bin ich zu meinem ersten Football Game gegangen. Glücklicherweise habe ich durch Powderpuff doch schon ein wenig über dieses Spiel gelernt. Ich muss sagen, dass diese Sportart nicht wirklich meins ist, aber es ist dennoch interessant anzuschauen. In der Halbzeit wurde der Homecoming Court angekündigt, was soviel heißt, dass alle Mädchen, die zur Homecoming Queen nominiert wurden, ihren großen Auftritt hatten.
Nachdem unsere Königin gekrönt wurde, ging das Spiel weiter, welches wir nebenbei bemerkt mit Leichtigkeit gewonnen haben!

Homecoming Dance
Worauf doch sowieso alle gewartet haben: Ein amerikanischer Ball! Ich habe leider kein Date gefunden und bin auch nicht wirklich mit Freunden gegangen, was mich um ehrlich zu sein ziemlich nervös gemacht hat.
Ich in meinem Homecoming Dress
Als wir dann an der High School angekommen sind, waren überall Leute, doch ich konnte niemanden sehen, den ich kannte. Da ich so Panik hatte, hat mein Dad noch eine Runde um die Schule gedreht und dann musste ich aussteigen. Glücklicherweise stieg eben aus dem Auto neben uns ein Paar aus, das ich kannte, weswegen ich mich an sie gehalten habe.
In der Gym habe ich mich dann bei Leuten wiedergefunden, von denen ich ehrlich gesagt nicht vermutet hatte, dass ich meinen Abend mit ihnen verbringen würde, aber es hat Spaß gemacht!
Was das Tanzen anging, war ich ziemlich steif: Amerikaner verstehen Tanzen etwas anders, sie twerken gerne! Wenn es langsame Lieder gab, wurden wir in unserer Gruppe alle ziemlich deprimiert, da wir alle kein Date hatten... Just kidding! (Okay, ein paar haben geheult, aber das war nur das übliche High School Drama!)
Und was macht man bei langsamen Liedern, wenn man kein Date hat? Es gibt zwei Möglichkeiten: Man kann mit einer Freundin tanzen und so tun, als wär man ein supersüßes Paar, oder, was mir irgendwie passiert ist, man sucht sich ein Date! Eines der Mädchen, mit dem ich den Abend verbracht habe (sie ist in meinem Fußballteam), hat ihren Bruder gezwungen (zu ihrer Verteidigung hat sie ihm nur einen Stups in die richtige Richtung gegeben) mit mir zu tanzen. Was soll ich sagen, er kam bei jedem langsamen Lied wieder an...
Der Abend endete dann leider nicht ganz so toll, nämlich mit einem geschwollenen Knöchel und einer schmerzenden Hüfte, was eventuell alles mit Fußball zu tun hat, aber ich hatte dennoch Spaß und das ist, was zählt! :)



Laut deutscher Zeit bin ich nun schon seit einigen Stunden sechzehn, nach meiner Zeit bin ich noch fünfzehn. Das ist wirklich seltsam!
Meine Organisation hat mir mitgeteilt, dass dieses Jahr wirklich das schlimmste Jahr überhaupt ist: Wir Schüler haben viel zu viel Kontakt mit unserer richtigen Familie. Als Konsequenz für alle, sind wir nicht erlaubt unserer Handys zu benutzen, also wenn ich niemanden antworte, so tut es mir Leid! Da morgen aber mein Geburtstag ist, darf ich mein Handy für eine kurze Weile benutzen, um mit meinen Eltern zu sprechen und mich für Glückwünsche zu bedanken.
Am Samstag unternehmen wir dann etwas, was genau, wissen wir noch nicht genau, aber wir wollen in einem deutschen Restaurant essen, so viel ist klar!

Ich fühle mich immer mehr zu Hause, ich bin ein Teil der Familie geworden, mir geht es wirklich gut hier, und ich bin wirklich froh darüber, dass ich das behaupten kann! Meine Gedanken sind größtenteils in Englisch, ich denke, das kennzeichnet, dass ich wirklich angekommen bin!

Dienstag, 6. Oktober 2015

Mexikanisches Essen und was sonst noch so ab geht

Warum ich nicht mehr so richtig schreibe? Leben ist Leben, es gibt einfach viel zu viel zu erzählen, sodass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Ich fühle mich langsam wirklich zu Hause, was man daran erkennt, dass ich meine Sätze am liebsten auf Englisch schreiben würde.

Wisst ihr was eine wirklich große Sache ist, wenn es ums Essen geht? Nicht etwa Burger, die trifft man zwar oft auf dem Speiseplan an, scheinen aber den meisten aus dem Hals rauszuhängen. Das Lieblingsessen der Amerikaner kommt eindeutig aus dem Nachbarland Mexiko!
Vollkommen unbekannt in unserem kleinen Döner Deutschland. Jedenfalls werde ich immer schief angesehen, wenn ich sage, dass ich niemals eines dieser zehntausend mexikanischen Gerichte hatte.

Nach unserem letzten Auswärtsspiel sind wir zu einem riesigen Taco Bell gefahren; nebenbei bemerkt mein erster Besuch bei Taco Bell. Nachdem ich total überfordert den Coach für mich bestellen habe lassen, ging die Warterei los.
Mit dem Essen kam es dann zu dem lustigen Teil: Ich habe meine Quesadillas gegessen und wurde gezwungen einen Taco und ein paar Nachos zu essen. Ist ja nicht so als hätte ich nicht schon drei Mahlzeiten an dem Tag gehabt.
Das lustigste war wohl der Taco... ich musste mir erstmal beibringen lassen, wie man so ein Teil isst, was schließlich einen solchen Lachkrampf verursacht hat, dass ich nicht essen konnte.
Dank meinen Freunden habe ich sogar Bilder und ein Video von mir und meinem ersten Taco! Meinen ersten Taco habe ich unter Tränen gegessen. Denn ich musste vor lachen weinen, wovon meine Freunde noch nie etwas gehört hatten.

 Bild von mir und meinem ersten Taco 

Nächste Woche ist Spirit Week, wo sich alle verkleiden und ein riesiger Wettbewerb zwischen den Jahrgängen besteht. Dies endet am Freitag mit dem Homecoming Football Game, was wohl mein erstes Football Game wird, das ich mich anschaue. Am Samstag ist dann der Homecoming Dance... und ich habe noch immer kein Kleid (was eine aus meinem Fußballteam eventuell regeln wird, da sie mir Donnerstag einige Kleider zum anprobieren mitbringt, sodass ich nicht hundert Dollar für ein Kleid ausgeben muss) und ebenso wenig habe ich ein Date. Scheinbar sind die Jungs noch nicht verzweifelt genug, um mich zu fragen!
Und das war es mit diesem relativ kurzen Eintrag. Die Spirit Week und Homecoming wird eindeutig mehr Stoff zu erzählen geben!

Sonntag, 30. August 2015

Schulwechsel und jetzt plötzlich doch Fußball

Man hört von vielen Austauschschülern, die ihre Gastfamilie wechseln. Einige müssen deswegen auch die Schule wechseln, aber ich gehöre nicht zu denen. Ich liebe meine Gastfamilie und bin unglaublich glücklich in Kentucky, doch auch ich hatte einen Tiefpunkt und der war nicht, als ich kotzend im New Yorker Hard Rock Café über der Kloschüssel hing.

Es war lustigerweise genau der Tag, nachdem ich meinen letzten Blog-Artikel geschrieben habe und alles höchstwahrscheinlich als gut beschrieben habe. Nun gut, ich habe es mir eher schön geredet, das ist mir jetzt klar, denn es war nicht alles toll, ich habe mich nicht wohl an dieser Schule gefühlt.

Am Dienstag bin ich wie es sein sollte mit dem Bus zur Schule gefahren und mir ist wie immer schlecht geworden, weil der Bus so schnell durch die Hügel gefahren ist und ich nicht aus dem Fenster vorne sehen konnte. Ich habe mich in die Bücherei gesetzt, da ich zum einen hoffte, dass derjenige, der sich um die Vergabe von Schließfächern kümmert schon da ist und zum anderen nicht allein in der Gym sitzen wollte, wie das letzte Opfer. Als ich da saß und meine Notizen für US History studierte, brachen alle Dämme. Ich dachte, es komme davon, dass es mir wegen der Busfahrt so schlecht ging, denn ich muss immer weinen, wenn ich jemanden sagen muss, dass es mir nicht gut geht, ich dachte, dass ich noch meine Erkältung hatte, welche wieder zum Vorschein kam, doch nachdem ich mich von einem Mädchen zur Nurse bringen lassen hatte, wurde mir nach und nach klar, dass auch Heimweh dabei war. Spätestens als mit meinem Körper alles in Ordnung war und die Nurse meine Host Mom anrief und ihr erzählte, dass ich mental einfach am Ende sei, wurde mir klar, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte.

Meine Host Mom sprach im Auto schon davon, dass man mich nach Hause schicken könnte, wenn ich so viel Schule verpasste und das will keiner von uns. Außerdem schlug sie mir vor, dass wir nachfragen könnten, ob ein Schulwechsel möglich wäre. Im Laufe des Tages wurde mir dann bewusst, was mich störte, was mich so krank machte: Meine High School.

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erklären, was so falsch an meiner High School ist und das mache ich gerne, aber lasst mich noch erklären, was nachdem passiert ist. Wir sind nämlich zu der High School im Nachbar County gefahren, welche nebenbei bemerkt sogar näher dran ist. Meine Gasteltern haben mir das Gebäude und die Sportplätze gezeigt und langsam wurde meine Entscheidung fest. Die Tatsache, dass ich dort die Möglichkeit hatte, Fußball zu spielen, erleichterte alles noch. Am nächsten Morgen sind wir dann zu der Schule gefahren und haben mich angemeldet.

Kommen wir nun dazu, warum meine alte High School für die Tonne ist. Lassen wir die ganze Anmeldung mal weg, denn ich glaube, davon habe ich schon erzählt. Jedenfalls wurde mir an meiner alten High School die ganze Schule in einem Rutsch gezeigt und eigentlich auch nur die Räume, in denen ich Unterricht hatte. Das Mädchen, dass mir alles gezeigt hat, habe ich danach nie wieder gesehen und sie hat mich niemanden vorgestellt. Wie es richtig läuft, hat mir meine jetzige High School gezeigt: Der Counselour hat ein Mädchen aus meiner Klassenstufe herbeigerufen, das mit mir zwei Fächer hat, welche auch gleich als nächstes kamen. Er wies sie an, bei Lunch mit mir zu sitzen und mich den anderen vorzustellen. By the way: My new schedule!

1rst  U.S. History
2nd  Pre-Calculus
3rd  Humanities (English)
4th  Chemistry
5th  AP Composition (Business Management)
6th  Spanish

Es war Ende der dritten Stunden und sie hat kein Humanities, sollte mich aber für die letzten Minuten mit in ihre Art Class nehmen. Da lernte ich dann auch gleich einige Leute kennen und auch ein Mädchen, das mit mir Spanish hat und im allgemeinen mittlerweile eine Freundin für mich ist.

Man hat sich wirklich Mühe gegeben, mich zu integrieren, an meiner alten Schule wurde ich eher isoliert. Man hatte allgemein nicht das Gefühl, dass man mich dort wollte, selbst die Schüler waren nicht aufrichtig interessiert und nicht offen für neue Schüler. Der Fairness wegen muss ich sagen, dass es ein zwei Leute gab, die sich um mich gekümmert haben, aber die habe ich auch nur in der letzten Stunde gesehen.

Von dem Vorfall in meiner Art Class habe ich schon berichtet und ich muss zugeben, dass das auch mit in die Sache reingespielt hat. Es hat meine Gefühle verletzt, dass man mich so offensichtlich nicht wollte, aber was die Lehrerin getan hat, weiß niemand und es ist wahrscheinlich auch niemanden aufgefallen. Sie hat nämlich mitbekommen, was vor sich ging, was man zu mir sagte. Und was hat sie getan? Sie sagte: "Es ist doch nur für die paar Stunden." Braucht irgendjemand eine Analyse? Sie hat die anderen unterstützt, der unhöfliche Ton hat sie nicht im geringsten gekümmert und das ist etwas, was man als Lehrerin nicht tun sollte, oder seh ich das als einzige so?

Es gibt Leute, die das, was mir auf meiner alten High School widerfahren ist "bullying" nennen, ich sehe es nicht so. Ich sehe das ganze nur als unhöflich und egoistisch.

Mehr möchte ich zu meiner alten High School nicht sagen, denn das Kapitel meines Jahres ist vorbei und ich bin wirklich froh darüber.
Mittlerweile gehe ich schon über zwei Wochen auf diese Schule und mir gefäklt es immer besser. Langsam finden sich richtige Freunde und seit kurzem darf ich auch Fußball spielen, da der Staat Kentucky endlich meine Papiere genehmigt hat.

Übrigens hat sich an meinem Stundenplan etwas geändert, nämlich war AP Composition, meine Englischklasse, deutlich zu schwer für mich, denn es ist eine Collage class und welcher Austauschschüler bewältigt so eine Englischklasse? Um eine normale Englischklasse zu bekommen musste ich auch Humanities abgeben, was mir allerdings nicht allzu nahe geht. Dafür habe ich jetzt Business Management, was ich eigentlich ziemlich cool finde.

Was noch in der Zeit passiert ist? Wir hatten eine Orientation beim Community Representative, welche übrigens die Tante meines Gastvaters ist, bei der alle Austauschschüler, die mit Ayusa in der Gegend sind, sich getroffen haben. Wir waren zur viert und haben lustigerweise nicht viel miteinander gesprochen. Ich meine, das Mädchen aus Deutschland, mit dem ich hergeflogen bin, war auch dabei, aber es wäre einfach zu seltsam gewesen mit ihr auf Englisch zu sprechen, denn irgendeine Regel besagt angeblich, dass ich mit allen Englisch sprechen muss, die diese Sprache verstehen. Aufgrund dieser Regel wäre es auch seltsam gewesen, Deutsch zu sprechen und deswegen haben wir es einfach komplett gelassen.

Außerdem hatten wir gestern eine riesige Veranstaltung in der Gym, wo alle Schüler zusammenkamen und Stimmung für das Football Spiel gemacht haben. Alle derzeit aktiven Sportteams wurden aufgerufen und mussten nach vorne kommen, jeder Spieler bei Namen. Eine Freundin von mir, ebenfalls aus dem Soccer Team, hat die Ansage für das Mädchen Team und das Jungs Team übernommen und mich ganz zum Schluss als "secret weapon from Germany" angesagt. Ich habe so meine Bedenken, dass sie mehr von mir erwarten, als ich ihnen bieten kann.

Übrigens habe ich Montag mein erstes Spiel, ohne dass ich je an einem Training teilgenommen habe, also richtig teilgenommen, denn ich war bei den  meisten Trainings da, durfte aber keine Anweisungen befolgen, da ich ja offiziell noch nicht trainieren durfte. Ich bin dann meistens ein paar Runden gelaufen oder hab den Ball ein bisschen gekickt.

Abschließend noch etwas Gedankenmist; denn ich denke, ich bin nun angekommen und damit meine ich wirklich angekommen. Ich laufe wie selbstverständlich durch das Haus meiner Gastfamilie - mein Zuhause -, ebenso laufe ich durch meine High School, als wäre es das normalste der Welt, ich rede mit den Leuten, als würde uns nichts unterscheiden, und ich finde meinen Platz beim Lunch, ohne mir Sorgen machen zu müssen.
Alles wird selbstverständlich, mein Leben geht weiter. Ich bin nun schon einen Monat in den USA und dieser Monat ging unheimlich schnell vorüber, was ziemlich Angsteinflößend ist, schließlich heißt das, dass ich nur noch neun Monate übrig habe. Und wenn wir schon bei Mangel sind: Bill Gates sollte mir dringend mal seine Kreditkarte leihen, mein Kleiderschrank sieht viel zu mager aus!

Das war es auch für's erste. Ich konnte wirklich noch stundenlang über die genauen Unterschiede von Deutschland und den USA schreiben, aber dafür würde ich mehr Platz brauchen und es kommt definitiv in einen separaten Artikel. See ya!

Montag, 10. August 2015

Zweiter Schultag oder wie auch immer man ihn nennen mag

Was kommt nach dem ersten Schultag? Richtig, eine dicke Erkältung, die einem nicht erlaubt zur Schule zu gehen. Ich hatte ja schon vorher Probleme mit Husten, Halsdchmerzen und so weiter, aber am Donnerstag erreichte es dann seinen Höhepunkt. Alles in einem: Meine Zimmergenossin in New York hat mich wohl angesteckt (danke, Luise!). Und so habe ich den Donnerstag und Freitag zu Hause verbracht, anstatt zur Schule zu gehen. Mittlerweile bin ich wieder fast gesund, ich hab es Samstag sogar hinbekommen, shoppen zu gehen. Wir waren erst in Hunington (West Virginia) und sind dann nach Ohio gefahren. Sechs Staaten habe ich schon auf dem Konto!

Am Sonntag war ich dann mal wieder in der Kirche und habe am Ende schön brav die Zahlen am Board ausgetauscht. Nach der Kirche habe ich mich in meinem Zimmer verbarrikadiert und zum ersten Mal mit meiner Familie geskypt. (Hab euch Lieb!)
Die letzten Tage habe ich leichtes Heimweh bekommen, aber davon merke ich im Moment nichts. Ich schätze es wird mich noch richtig erwischen, aber ich versuche weniger Zeit auf WhatsApp zu verbringen und allgemein ein bisschen Abstand zu gewinnen. Bitte nehmt euch das nicht so zu Herzen (ich liebe euch trotzdem), ich muss anfangen hier Kontakte zu knüpfen.

Heute bin ich zum ersten Mal mit dem Schulbuss zur Schule gefahren. Es war an vielen Stellen verwirrend, aber Kelsie hat mir geholfen. In der Schule musste ich erstmal meine Entschuldigung abgeben und mich in die Gym setzen, bis es acht Uhr ist. Das müssen alle Schüler, außer sie essen Frühstück in der Schule. Die Durchsagen in der Gym kann ich nicht gut verstehen, weswegen ich erstmal aufgeschmissen war. Ich habe zwar in der ersten Stunde PE, aber ich wusste nicht, ob ich mich umziehen sollte oder nicht. Es hat mich etwad Überwindung gekostet, aber ich habe schließlich ein paar Mädchen gefragt, die mir erklärt haben, dass ich erst noch in meinen Home Room muss.

In PE musste ich dann allen ernstes in Straßenklamotten Sport machen, wie viele andere auch, da ich mich nicht vor der Schule umgezogen hatte.
In U.S. History habenwir erstmal einen Test geschrieben, den wir morgen beenden können, was heißt, ich werde wohl wie blöd heute Nachmittag lernen, da ich ast nichts wusste.

Englisch verlief wohl am besten, denn wir sollten eine Rede schreiben. Seltsamerweise hatte ich keinerlei Probleme Worte zu finden, doch das Thema habe ich wahrscheinlich trotzdem nicht getroffen.

Kommen wir zu Kunst. Eine meiner schlechtesten Erfahrung wahrscheinlich. Ich hab mich so fübf Leuten an den Tisch gesetzt und dann stand eine Gruppenarbeit an. Höchstens fünf Leute in einer Gruppe. Alle haben mich angesehen und gesagt: "Go away!" Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber das ist ein ziemlicher Schlag ins Gesicht, wenn man neu ist und noch keine Freunde hat. Schließlich war ich in der anderen Gruppe und hatte zunächst Probleme mich einzufinden. Ich hab alle nicht verdtanden, wenn sie gesprochen haben und alles war nicht so rosig. Was macht man in solchen Situationen? Aufklären. Und schon war die Austauschschüler-Karte gespielt und ich durfte mir besonders von James viele dumme Fragen über Deutschland anhören, wovon ich nur die Hälfte verstanden habe.

Trigonomentry war dann mal wieder produktiv. Wir arbeiten da scheinbar nur mit Laptops und der, den ich von der Schule zur Verfügubg gestellt bekommen habe, brauchte ungelogen eine viertel Stunde um hochzufahren. Dir nächste Bürde: Wie logge ich mich ein? Mein Lehrer hat versucht, das alles zu machen, doch ich bin noch nicht im System drin, weswegen ich keinen Zugang habe. Also wieder eine Stunde, in der ich nur an die Wand gestarrt habe. Ich würde ja meinen eigenen Laptop mitbringen, wie die meisten es auch machen, aber der ist dann doch ein bisschen zu groß.

Lunch saß ich wieder bei Laurel, welche zu mir meinte, sie hätte schon gedacht, ich wäre wieder zurück nach Deutschland geflogen, weil alles hier so schrecklich sei. (Im Scherz versteht sich)

Kommen wir zu Forensics (was übrigens irgendwas mit der Aufklärung krimineller Sachen zu tun hat; fragt Tante Wiki!): auch hier haben wir einen Test geschrieben. Einen Test in dem ich, wenn er benotet werden würde, mit Sicherheit eine Sechs hätte. Es ist nicht der Inhalt, es war das sprachliche Verständnis der Quellen, welche mir nicht eine Antwort beschert haben, bei der ich mir sicher war. Ich glaube, dieses Fach wird mir noch viele Probleme bereiten.

Spanish ist bis zum 17. eine Freistunde und ich habe mich etwas mit Laurel unterhalten und meinen Mitschülern nicht allzu viele Schimpfwörter auf Deutsch beizubringen. Ich habe angefangen diesen Artikel zu schreiben, mit den anderen Musik gehört und mir von Laurel, Kennon (ich glaube zumindest, dass er so heißt) und Kendra einen Tanz vorführen lassen.

Hier ist übrigens ein kleines Bild aus dem Klassenzimmer:



Wir haben in der gesamten Schule free wifi und es ist arsch kalt im gesamten Gebäude.
Jetzt sitze ich im Bus und beende diesen Eintrag. Sobald ich wieder Stoff zum schreiben habe, versuche ich mich zu melden.